|
In dem kleinem Tal am Südwesthang des Thüringer Waldes, in dem Bach „Farnbach“ entspringt, wurde seit dem frühen Mittelalter Bergbau betrieben. Hier lag das Bergdorf „Atterode“. Erst wurde oberflächlich nach minaralhaltigem Gestein, Eisenerz und Spaten gesucht, später baute man das Eisenerz Untertage ab.
Die Anzahl der Stollen seit dem Mittelalter ist fast nicht zu zählen. Einer der bekanntesten Mundlochbereiche ist der Friedrichstollen. Er liegt links des Weges der zum „Krätzersrasen“ führt.
Irgendwann während des „30jährigen Krieges“ wurde der Ort Atterode vermutlich von Kroaten geplündert und zerstört. Der Ort, der immerhin schon eine eigene Kirche hatte, muß damals schon allein wegen dem Bergbau ziemlich bedeutend gewesen sein.
Heute zeugt die Ödfläche noch von der ungefähren Größe des Dorfes
Die Einwohner zogen größtenteils in das Nachbardorf Steinbach.
Nichtsdestotrotz ging der Bergbau weiter. Allerdings wurde der Ort nicht wieder aufgebaut und so sind heute nur die Häuser der Grubenbesitzer und der Grubenverwaltung vorhanden. Das gewonnene Erz wurde über die Erzstraße über Bairoda, dem Wolfsberg bis zur Toden Warth oberhalb von Wernshausen transportiert und dort verhüttet. Der Name Toden Warth bezieht sich auf die Schlackehalden, die nach dem Ausschmelzen als „tot“ zurückblieben,
Das Roheisen wurde in den metallverarbeitenden Betrieben von Schmalkalden bis Steinbach Hallenberg verarbeitet.
Nach dem Ende des Deutsch-Französichen-Krieges 1871 fiel das Elsaß an Deutschland. Die dortigen Erzgruben wiesen ein besseres Erz auf als die thüringischen Gruben. Damit begann ein langsamer Niedergang des Bergbaues in Atterode.
In den dreißiger Jahren wurde der Abbau nochmals gesteigert, aufrechterhalten bis 1958. Dann wurde die letzte Grube endgültig geschlossen. Da man aber insgeheim vermutete, dass der Abbau doch wieder aufgefahren werden könnte, blieben ein Großteil der Geräte, darunter auch ein Elektrozug im Berg.
Heute kann man an Hand der Halden das ehem. Grubengelände gut lokalisieren.
Da es in den Sommermonaten in Bad Liebenstein schon seit dem Jahre 1929 zu einem empfindlichen Wassermangel kam, beschloß man 1945 mit einem Sofortprogramm die „Wasserlage“ in Bad Liebnstein zu stabilisieren.
Hier beschloß man das Wasser des „Schenkschen Stollens“ in Atterode zu nutzen. Ein über 32m tiefer Luftschacht des Bergwerkes Atterode, welcher in seinen oberen Teilen auszementiert wurde u. im unteren Teil im Fels stand, musste aufgewältigt werden um an das Wasser heran zu kommen.
Der an der Sohle des Schachtes befindliche Pumpensumpf musste ebenfalls aus dem Fels gesprengt werden. Der 25m lange Stollen und der als Pumpensumpf dienende Sammelbehälter wurden ausbetoniert. Die Kapazität der Anlage betrug an dieser Stelle 40 Kubikmeter. Der Zulauf des Wassers lag erheblich höher als der Pumpensumpf, eine eventuelle Erweiterung der Versorgungsanlage war somit auch gegeben. Fast alle Arbeiten wurden im knietiefen Wasser durchgeführt. Die Betonarbeiten wurden von dem Maurerpolier Fritz Rexhäuser sowie den Maurern Wilhelm Reum & Otto Schwarz durchgeführt. Gebaut wurde eine Anschluß-Wasserleitung von der Pumpstation bis zur alten Hauptleitung mit einer Länge von ca 250m, die von den Quellen im Atterode zum Hochbehälter Lerchenberg führt. Die erforderliche Bekapumpe kam aus Leipzig.
Die Baukosten lagen damals bei weit über 100000 Reichsmark. Der betrieb der Anlage dauerte jedoch nur 17 Jahre. Durch die Wiederinbetriebnahme der Grube „Arminius“ in Atterode kam es wiederholt zu Verunreinigungen des Wassers, 1966 wurde die Anlage aus dem Trinkwassernetz herausgenommen.
Die fehlende Wassermenge wurde durch Zuschusswasser aus der 1958 fertiggestellten Aufbereitungsanlage für Trinkwasser in Schweina über den Hochbehälter Sandberg ausgeglichen.
Das Grubenfeld selbst erstreckt sich bis unter die „Hohe Klinge“ und von dort weiter bis unter die Ortschaften Laudenbach und Trusetal.
|