|
Das
Projekt Olga
Olga-S III-Unterirdische Produktionaanlagen-Führerhauptquartier-Nachrichte nzentrale Amt 10-Atomforschung
Was ist der rote Faden,der all diese Begriffe aus den Tagen des 3. Reiches verbindet?
Nur wenige Unterlagen zu S III und Olga sind erhalten,aber alle führen unweigerlich zu Dr.-Ing. Hans Kammler.
Es gab nur wenige Menschen,die im 3. Reich mit fast allen der geheimsten Bunker- & Rüstunganlagen vertraut waren.
Es gibt wenige Persönlichkeiten, deren Tätigkeit auch heute noch fast vollständig unbekannt ist.
Die wohl beeindruckenste Persönlichkeit ist ein gewisser Hans Kammler, der eine unvergleichliche Rolle spielte.
Schaut man sich den Lebenslauf und die Entwicklung Kammlers an, fällt auf, dass er sich egal auf welchen Gebiet und mit welcher Aufgabe betraut ,immer glänzend bewährte.
Kammler wurde am 26.8.1901 in Stettin geboren.Er beginnt seine Laufbahn als Bauingenieuer promoviert später zum Doktor.Er war der ideale SS-Typ blond, blauäugig, von asketischen äußeren und äußerst intelligent. In der Hierarchie des dritten Reiches erreicht er mehr als irgendwer sonst.
Sein Eintritt in die SS ermöglicht ihm eine Karriere ohnegleichen ,sein letzter Dienstrang ist Obergruppenführer.
Er ist : -Leiter des „SS Soderstabes Kammler“
-Sonderbevollmächtigter der Raketenforschung
& TL-Jäger
-Beauftragter für Baufragen der Fertigung im
Sonderausschuß A4
-Leiter des V 1 Einsatzes gegen London, Paris,
Lüttich, Brüssel & Antwerpen
-Verantwortlich für die vollständige Abtragung
des Warschauer Ghettos
-Beratung beim Ausbau des KZ Ausschwitz
und sein wichtigstes Projekt -- Die Denkfabrik Pilsen –
Beispiele von Bunkerbauten,die vom Sonderstab Kammler gebaut wurden:
-Jonastal – Deckname“ Olga“ im Bauvorhaben
S III
-Nordhausen –Deckname „ Dora“ größte
unterirdische V 1 & V2 Fabrik
-Schlesien –Deckname „ Riese“ Führerhaupt-
quartier
-Ebensee –Deckname „Zement“ Forschungs-
anlage für Interkontinentalrakete A9/10
-Gusen-Deckname“Bergkristall“ Me262 Düsen-
jägerwerk
-Zipf-Deckname „Schlier“ Triebswerksprüfstand
für V 2-Triebwerke
-Melk-Deckname „Quarz“ unterirdische
Forschungsanlage

Die weitere Einteilung erfolgte in „SS-Sonderinspektionen“ teilweise auch als „Sonderbauvorhaben“ bezeichnet. Für
einen einzelnen Baustab war dies eine immense Arbeit und setzte viele Spezialisten voraus.
Kammlers weiteres Leben verläuft genauso misteriös weiter,wie seine gesamte Karriere.Er hinterlässt vier verschieden Todeszeitpunkte & -orte.Bei einem Mann von Kammlers Fähigkeiten ist davon auszugehen,dass er für alle Eventualitäten Vorkehrungen getroffen hat.
Kammler selbst wird im Kriegsverbrecherprozeß in Nürn-berg nicht angeklagt, selbst sein Name wird nur einmal von Speer im Zusammenhang mit der A9/10 genannt.
Kammler hat also die S-Baustäbe geführt, seine Machtfülle übertraf zu Kriegsende selbst die seines ehemaligen Vorgesetzten Oswald Pohl.
Hier schließt sich der Kreis zu dem Bauvorhaben bei Ohrdruf.Diese ging unter der Bezeichnung“ S III“ in die Geschichte ein.
Allgemein werden die Bauvorhaben zu“ S III“ mit der kriegsbedingten Untertageverlagerung von Industrieanlagen begründet.Kammler galt als der Experte auf dem Gebiet der bombensicheren Verlagerung.An der Spitze des Unternehmens stand das“ Baubüro Dr.-Ing Kammler“ in Berlin-Grunewald Taunusstraße 8.Der jeweilige Führungsstab,der immer von einem Architekten im SS-Offiziersrang geleitet wurde, bestand in der Regel aus etwa zwanzig Angehörigen.
Was wurde nun im Raum „Olga“ wirklich gebaut?War es wirklich ein Führerhauptquartier oder waren es unterirdische Forschungsbetriebe? Genauso entscheidend ist die Frage,ab wann wurde gebaut?Wurde wirklich erst im Herbst 1944 begonnen oder fällt der eigentliche Baubeginn bereits mit der Errichtung des „Amtes 10“ zusammen?
Bei der großräumigen Begehung des Geländes fällt auf,dass der allesverbindende rote Faden fehlt.Die ganzen Bauwerksreste u.ä. ergeben fast keinen Sinn.Anders wird es, betrachtet man alles in einzelne Abschnitte aufgeteilt.Dann kristallisieren sich einzelne Blöcke von Baubereichen heraus,die alle unterschiedliche Fertigungsstadien haben.
Auch darf man nicht außer acht lassen,dass hier die SS und nicht die Wehrmacht baute.Die SS war ein Staat im Staat,legte mehr Weitsicht an den Tag als andere Dienststellen.Es erscheint wahrscheinlich,dass wichtige Baustellen wesentlich früher begonnen wurden,auch waren manche Bauten im Untergrund fast fertig.Die Qualität der Anlagen im Jonastal ist einfach schlecht.Auch die Bauart der Stollen weicht von den standardisierten Bunkern ab.Die Gewölbeform der Firste ist
kaum ausgeprägt,es fehlt die Isolierschicht zwischen Fels und Beton.Für eine solche ist kein Platz,da der Beton gegen den Fels gespritzt ist.Die Folge ist,dass die durchlaufende Kalkmilch den Beton zerstört,die Stollen brechen ein.
An was haben aber all die vielen Häftlinge im Bereich „Olga“ dann gearbeitet?
Lager Espenfeld:
Wieviele Lager es um Espenfeld gab,ist strittig,wahrscheinlich zwei.Die Häftlinge des östlichen Lagers dürften im“ Tieftal“ gearbeitet haben.Die Lage des westlich gelegenen Lagers dürfte an der Straße nach Gossel im Wald gelegen haben.Der Standort ist sichtbar.
Lager Crawinkel:
Bekannt ist das Lager in der Nähe der Muna,welches später vergrößert in die geräumten Bunker der ehemaligen Muna einzog.Stellt sich die Frage-Warum wurde das Lager vergrößert?
Lager Ohrdruf:
Bekannt ist das Nordlager auf dem Platz,welches dubioser Weise von den Amerikanern zuerst befreit wurde.
Auf dem Platz steht ein Gedenkstein für die im Lager zu Tode gekommenen Häftlinge.
Bekannt ist auch des Südlager Ohrdruf.Bei Recherchen im Buchenwaldarchiv stießen wir auf Hinweise auf ein Kinderlager und ein Frauenlager.

Lager Wölfis:
Auch hier gab es ein Lager,die genaue Anzahl der Häftlinge ist unbekannt.
Lager Bittstädt:
Hier befand sich in der Kiesgrube das erste Lager,die Spuren finden sich heute noch.
Lager Klipper:
Auch im Bereich des ehem. Gasthauses „Klipper“ gab es ein Lager,der genaue Standort und die Häftlingsanzahl sind unbekannt.
Lager Jonastal
Direkt im Jonastal war ebenfalls ein Lager mit ca 1000 Häflingen.Der Standort war vermutlich unterhalb der Kompressorenstadion.Diese 1000 Häftlinge wären für den Stollenbau im Tal völlig ausreichend gewesen.
Lager Luisental:
Auch hier gab es mit ca 60-100 Häftlingen,welches sich am Ort des ehem.Ferienheimes der ehem. Druckerei „Fortschritt“ befand.
Erschwert wird die Recherche der Lager dadurch,dass sich fast jeder Baustab ein kleines“ Privatlager“ hielt,gleiches trifft auf die SS-Wacheinheiten zu.Unklar ist auch warum sich im Buchenwaldarchiv seit Jahrzehnten niemand mit dem Raum Espenfeld, Gossel,Crawinkel und Ohrdruf befasste.Bei einer Anfrage im „Smithionen Institut“ in Washington war lediglich das Lager Ohrdruf bekannt.
Die Baustäbe
Vergleicht man den Standort verschiedener Baustäbe,ergeben sich schon gewisse Parallelen.So gab es Baustäbe direkt im Jonastal,in Crawinkel im Ortsteil Friedrichsanfang,in Luisental und den Baustab im ehemaligen Gasthaus „Klipper“Es fällt auf,dass Baustab und Lager sich in unmittelbarer Nähe befanden.Jetzt machen die verstreuten Lager einen Sinn.Wichtig war lange Anmarschwege für die Häftlinge zu sparen,da sie kräftemäßig oft kaum in der Lage waren längere Märsche zu überleben.
Es wird ersichtlich,dass es nicht einen roten Faden gibt der sich durch den Raum „Olga“zieht,sondern mehrere.Die Ausdehnung lässt gewisse Parallelen zu „Riese“ in Schlesien erkennen.
Unklar ist bis heute was auf den einzelnen Baustellen gebaut wurde,welche Dimensionen die unterirdischen Bauten hatten.
Beindruckend ist aber die Auflistung der Dienststellen und Stäbe die zu Kriegsende im gesamten Raum einquartiert waren.Auch die meisten“ Edelweiß-Transporte“ von Berlin endeten im Raum „Olga“

|